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Freitag, 08 Februar 2008

Buchrezension: Mundpropaganda-Marketing von Bernd Röthlingshöfer

Gerade habe ich es fertig gelesen und sogleich meine Rezension bei Amazon eingestellt, hier ist sie:

“Das Internet hat den Konsumenten die Macht gegeben, sich weltweit über Unternehmen und die Qualität ihrer Angebote auszutauschen. Mundpropaganda beherrscht die Märkte” schreibt Bernd Röthlingshöfer im Vorwort zu seinem neuen Buch Mundpropaganda-Marketing. Und weiter: “Sie werden die Mundpropaganda nie beherrschen. Aber verstehen und für sich nutzen können.”
Wie, das zeigt er uns in seinem Buch. Er liefert uns sowohl das nötige Hintergrundwissen als auch Tipps und Werkzeuge zur praktischen Umsetzung.

Zu Beginn stellt er Theorien, Thesen und Meilenstein-Veröffentlichungen vor, die man kennen sollte, wenn man sich mit Mundpropaganda-Marketing beschäftigt - z.B. die Small-World-Theorie (”jeder kennt jeden über 5 Ecken”), soziale Netzwerkanalyse (”wie verbreiten sich Nachrichten in Netzwerken”), Memetik, das Cluetrain-Manifest oder das Buch “Tipping Point” von Malcolm Gladwell. Auch bringt er Licht in den Dschungel der Begriffe rund um Mundpropaganda-Marketing und grenzt Mundpropaganda-Marketing, Empfehlungsmarketing, Virales Marketing und ähnliche verwandte Disziplinen voneinander ab.

Nachdem er uns mit ausreichend Hintergrundwissen ausgestattet hat, zeigt er, wie man nun gezielt Mundpropaganda auslösen kann - er verrät dazu 9 verschiedene Methoden, die er anhand von zahlreichen Beispielen demonstriert: Exklusivität, Überraschung, Nützlichkeit, Humor, Guter Zweck, Timing, Machbarkeit und Ausprobieren.
Als nächstes analysiert er die Strukturen von Netzwerken und gibt Tipps, wie man für sein Unternehmen wichtige Netzwerke identifizieren und nutzen kann. Auch Sender und Empfänger in der Mundpropaganda nimmt er unter die Lupe.
Ein Kapitel widmet er den Medien - klassischen sowie neuen - und beleuchtet sie aus der Sicht des Mundpropaganda-Marketing. Wie kann man durch Anzeigen/ Plakate Mundpropaganda auslösen und welche Rolle spielen Weblogs?
Schließlich erfährt man noch, wie man durch Internetmonitoring Mundpropaganda entdecken und bewerten kann und bekommt Links zu hilfreichen Tools.
Zu guter Letzt bekommt man Tipps, wie man auf negative Mundpropaganda reagieren sollte.

Der Text ist durch eine Fülle von praktischen, gut kommentierten Beispielen aufgelockert - erfrischenderweise nicht nur allseits bekannte wie Apple, Amazon oder Blair Witch Project. Einige kennt man schon aus seinem 2006 erschienenen Buch “Marketeasing”, die meisten sind aber neu dazugekommen.
Man merkt sowohl, dass Herr Röthlingshöfer selbst Praktiker ist, als auch, dass er sich die Mühe gemacht hat, gründlich zu recherchieren, das Buch ist eine wunderbare Ideenquelle geworden!
Dank seiner guten Schreibe kommt man in der Lektüre des Buches rasch voran und muss oftmals schmunzeln. Nur das Ende war mir etwas zu abrupt (oder fehlt in meinem Buch die letzte Seite…?) und die Literaturliste zu kurz - nicht alle erwähnten Werke tauchen dort auf.

Fazit: Kaufen, lesen, anwenden. 5 Sterne von mir.

Ein paar inspirierende Beispiele aus dem Buch “Mundpropaganda-Marketing”:

Zum Thema “Mundpropaganda durch Überraschungen” erzählt Berndt Röthlingshöfer vom Malermeister Deck aus Karlsruhe, der sich bei seinen Kunden auf besondere Weise für den Auftrag bedankt:
“Wenn er einen Auftrag zu Ende gebracht hat, verschenkt einen kleinen Plüschbären. Aber nicht einfach, indem er ihn mit großer Geste überreicht. Nein, er versteckt ihn! Hinter dem Sofa, hinterm Vorhang oder im Bücherregal. Manchmal wird der Teddy erst Tage später gefunden - und steht für die Auftraggeber in gar keinem Zusammenhang mehr mit der Renovierung.
Umso größer das Erstaunen. Lesen Sie, was auf dem Rücken des Teddys steht: „Einen schönen guten Tag. Ich bin Clemens von Malerdeck und möchte mich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Es hat uns großen Spaß gemacht, Ihre Umgebung ein bisschen farbiger zu gestalten. Bei Ihnen gefällt es mir jetzt so gut, ich bleibe da.
Eine Bitte hab ich zum Schluss: Empfehlen Sie uns weiter! Danke.
Ihr bärig Opti-Maler-Partner Clemens.“ (Quelle: Mundpropaganda-Marketing, S. 77)

Zum Thema “Mundpropaganda durch Exklusivität” bringt Bernd Röthlingshöfer Beispiele, in dem Mundpropaganda durch bewusste Verknappung des Angebotes ausgelöst wird, z.B. folgendes:
“Das teure Fashion Label Comme des Garçons gehörte zu den ersten
Unternehmen weltweit, die einen Pop-up-Store eröffneten. Popup-
Store, das heißt, ein solcher Laden ist nur für kurze Zeit geöffnet.
Dann schließt er wieder. Comme des Garçons eröffneten einen solchen
Laden in Berlin Mitte nur für die Dauer eines Jahres. Den so genannten
Guerilla Store +49 30. Alles sah sehr provisorisch aus: Die
Räume einer ehemaligen Buchhandlung wurden für die Warenpräsentation
kaum verändert. Die wenigen Möbel, die zur Inneneinrichtung
benötigt wurden, hat man bei Trödelmärkten erstanden und nach dem
Zufallsprinzip ausgewählt. Einziges ästhetisches Zugeständnis: Die
Möbel wurden mit einem einheitlichen Autolack überzogen.”
(Quelle: Mundpropaganda-Marketing, S. 73)

Auf die Frage, ob man auch mit klassischer Webung Mundpropaganda auslösen kann, antwortet Bernd Röthlingshöfer mit dem Beispiel des hessischen Hinnerbäckers, der mit folgender Anzeige lockte: “In unseren Filialen zu viel gekaufte Brötchen am nächsten Tag einfach zurückgeben und gegen neue tauschen.” Die Nachricht der Brötchengarantie verbreitete sich wie ein Lauffeuer…

gepostet von Karin Janner
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Donnerstag, 31 Januar 2008

Buchrezension: BrandFuture von Achim Feige

Dieses wirklich empfehlenswerte Buch habe ich gerade gelesen und sogleich meine Rezension bei Amazon eingestellt. Hier ist sie noch einmal:

Achim Feige stellt mit “BrandFuture” eine Methode des Branding und der Markenführung vor, die die evolutionstheoretischen Prinzipien der Markenführung mit Ansätzen aus Trendforschung und Archetypologie verknüpft.
Zuerst erläutert er Idee und Prinzipien der evolutionären Markenführung (Bücher dazu auch von Al Ries, Michael Brandtner). Dann beschreibt er die maßgeblichen Megatrends, die in der Markenführung eine Rolle spielen. Diese untermauert er mit der Theorie der Lebensknappheiten und beschreibt die relevanten Konsummärkte, die sich dadurch im nächsten Jahrzehnt ergeben werden. Wer Bücher von Matthias Horx gelesen hat, wird vieles wieder erkennen - Achim Feige ist auch Mitarbeiter des von Horx gegründeten “Zukunftsinstitutes”.
Achim Feige übersetzt nun die Theorie der Trend- und Zukunftsforschung auf die konkrete Markenpraxis und gibt zahlreiche praktische Beispiele.
Im dritten Teil des Buches setzt er sich mit Archetypen und Kulturcodes auseinander und zeigt, wie man eine Marke - jenseits klassischer Nutzenargumentation und genereller Lebensknappheiten - mit der Kraft des Unterbewussten aufladen kann.
Schließlich führt er die verschiedenen Ansätze zusammen. Praktische Beispiele und hilfreiche Checklisten ergänzen das Werk.
Wer Apple-Fan ist wird sich freuen, der i-Pod glänzt als glorreiches Beispiel auf allen Ebenen; auch Dell-Computer und Starbucks finden Erwähnung. Einige weniger populäre Beispiele bringt Achim Feige auch, doch davon hätte ich mir mehr gewünscht.
Trotzdem: Absolut lesenswert, das Buch hat 5 Sterne verdient!

Montag, 14 Januar 2008

Buchrezension: Leitfaden Online-Marketing von Torsten Schwarz/ Marketing-Börse

Bei Amazon gehen die Meinungen auseinander, die einen loben das Buch als “umfassendes Werk”, “roten Faden im Netz”, ja sogar “Marketing-Bibel”, andere tun es als überdimensionierte Broschüre ab.
Meine Meinung dazu: Als Lehrbuch taugt es nicht, der Anfänger ist wahrscheinlich überfordert, aber wer sich schon länger mit Online-Marketing beschäftigt, wird es absolut zu schätzen wissen!

Hier meine Rezension, die ich gerade bei Amazon eingestellt habe:

“Das umfassendste und aktuellste Werk, das es zur Zeit im Bereich Online-Marketing gibt.
Wer eine Anleitung “in 7 Schritten zum Online-Marketing-Guru” erwartet, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Es ist auch kein klassisches Lehrbuch und kein Buch für Einsteiger. Wer sich aber schon länger mit dem Thema Online-Marketing auseinander setzt, wird es sehr zu schätzen wissen - als Fachbuch, in dem (fast) alle Teilaspekte des Online-Marketing behandelt werden und das die Bezeichnung “Fachbuch” verdient.
Torsten Schwarz hat dafür über 100 Autoren gewonnen, jeweils renommierte Experten aus den verschiedenen Teilgebieten. Herausgekommen ist eine Sammlung von verschieden langen Aufsätzen und Artikeln (zw. 2 und 20 Seiten), die zu 15 Themenblöcken zusammengefasst sind, wie z.B. Multichannel-Marketing, Webdesign, Online-Werbung, Affiliate-Marketing, eCRM, Web 2.0.
Der “Leitfaden Online-Marketing” ist also ein Buch, in dem Online-Marketing-Themen aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet werden. Gerade im Online-Marketing, wo noch viel experimentiert wird und für die meisten Fragestellungen noch keine “Patent-Lösung” bereitliegt, ist es interessant, die Sichtweisen verschiedener Autoren kennen zu lernen. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Meinungen der Autoren, die durchaus auch kontrovers sein können, helfen, einen eigenen Weg zu finden.
Das Buch gibt einen umfassenden Überblick, geht aber auch in die Tiefe, da jeweils Spezialisten über neue Erkenntnisse und eigene Erfahrungen aus ihrem Fachgebiet berichten.
Die meisten Artikel sind sehr gut recherchiert, mit aktuellen Praxis-Beispielen versehen und durch Hinweise auf weiterführende Literatur und Links ergänzt.
Da es nicht wie ein Lehrbuch aufgebaut ist, eignet sich dieses Werk auch bestens zum Querlesen.
Fazit: Das umfassendste Werk, das es zur Zeit im Bereich Online-Marketing gibt, praxisnah, gut recherchiert und aktuell. 5 Sterne und klare Kaufempfehlung für Online-Marketing-Spezialisten und solche, die es werden wollen.”

Genauere Infos über das Buch, Inhaltsverzeichnis und Gratis-Kapitel zum Download findet man auf der Marketing-Börse http://www.marketing-boerse.de/Info/details/LeitfadenOM

gepostet von Karin Janner
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