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Freitag, 20 Februar 2009

Lesetipp: Open Source Magazin
Sonderheft Wordpress 2.7

Open Source Magazin Sonderheft Wordpress 2.7

Hier zahlt sich der Kauf aus, und zwar sowohl für Leute, die mit dem Bloggen anfangen möchten und Wordpress dafür in Erwägung ziehen als auch für Wordpress-Nutzer, die sich über Neuerungen, SEO, Plugins usw. schlau machen wollen.

Die Autoren  dieses Magazins betreiben selbst Blogs – wie könnte es auch anders sein.
Chefredakteur das Magazins ist Matthias Schlenker (Blog: rootserverexperiment.de), unterstützt wurde er in dieser Ausgabe von Jürgen Christ (Blogs: Telemat, mediaoffice.net), Cathrin Günzel (Blog: mediaoffice.net), Gabriele Frankemölle (schreibt für mehrere Blogs und ist Autorin des Buches “Ihr eigenes Weblog mit Wordpress”) und Christian Grugel.

Auf 98 Seiten ist alles zu lesen, was man über Wordpress wissen muss:
Von der Geschichte des Bloggens über das Einrichten und Aufrüsten eines Blogs bis hin zu “Profi”-Themen wie der Diskussion über Sicherheitsprobleme, Spam-Bekämpfung , Plugin-Programmierung oder Menütuning – alles dabei.
Auch ein BarCamp hat “Open Source Magazin” besucht – denn BarCamps gelten ja als “Klassentreffen” der Blogger -  in der Person von Jürgen Christ, den ich dort getroffen habe. So durfte ich auch ein Foto für dieses schöne Magazin beisteuern, auf Seite 60 :-)

Interessant auch die Tipps & Tricks, wie man die Zugriffszahlen auf sein Blog erhöhen kann und die Interviews mit Frank Bültge und Olaf A. Schmitz vom Team Wordpress Deutschland, die verraten, was man dort in nächster Zeit so vor hat.
Und natürlich gibt es auch jede Menge Linktipps.

Mein Tipp: Kaufen, lesen,  HIER.

Montag, 10 November 2008

Blogparade – Die besten 3 Business-Bücher: Marketeasing, The New Rules Of Marketing And PR, Kopf schlägt Kapital

Ralf Senftleben veranstaltet auf Unternehmenskick.de eine Blogparade zum Thema Business-Bücher.

(was genau eine Blogparade ist kann man in der Wikipedia nachlesen)

“Welche sind für Sie persönlich die 2-3 allerbesten Business-Bücher, die Sie kennen? Und was macht diese Business-Bücher so besonders? Warum gerade diese Bücher?”

Ich habe bei weitem mehr als 3 wirklich gute Business-Bücher gelesen, drum fällt mir die Entscheidung nicht leicht.

Ich werde also die 3 Bücher nehmen, die mich in letzter Zeit persönlich am meisten beeinflusst haben:

  1. Marketeasing: Werbung total anders. Von Bernd Röthlingshöfer.
  2. The New Rules of Marketing and PR: How to Use News Releases, Blogs, Podcasting, Viral Marketing and Online Media to Reach Buyers Directly. Von David Meerman Scott.
  3. Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein. Von Günter Faltin.

1. “Marketeasing” von Bernd Röthlingshöfer

“Marketing muss so anziehend sein, dass uns die Leute in unserem Leben haben wollen,”

mit diesem Zitat von Jim Stengel (Procter&Gamble) beginnt Bernd Röthlingshöfer dieses Buch, in dem er mit herkömmlichen “Old School”-Marketingmethoden aufräumt.
Er erklärt, warum klassische Werbung immer weniger wirkt und stellt neue Marketing-Regeln auf. Die neue Art, an Kunden heranzutreten, nennt er “Marketeasing”, und hier seine “6 Mantras für Marketeaser”:

  1. Höre auf zu werben. Beginne zu kommunizieren.
  2. Alles ist Kommunikation
  3. Sei ehrlich
  4. Schaffe Gemeinschaft
  5. Überlasse die Werbung deinen Kunden
  6. Benutze die Medien richtig

In den Kapiteln behandelt er Themen wie Mundpropaganda-Marketing, Kundenbindung, Internet versus Massenmedien, Mobile Marketing, Erfolgskontrolle und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Natürlich ist er nicht der einzige, der sich Gedanken in diese Richtung macht, aber er bringt den Wandel im Marketing, der gerade stattfindet, schön auf den Punkt. Und das Buch liest sich wirklich gut – ich habe es in einem Zug durchgelesen.

Mir hat das Buch 1. sehr gut gefallen, und 2. hat es mich zum Bloggen gebracht.
Nach den “11 Gründen, warum Sie als Marketeaser bloggen sollten” war ich überzeugt: Ein Blog ist genau mein Medium. Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen…?

Und seitdem blogge ich :-)

2. “The New Rules Of Marketing And PR” von David Meerman Scott

Dieses Buch habe ich hier schon rezensiert, an dieser Stelle noch mal eine Kurzfassung:

„Prior to the web, organisations had only two significant choices to attract attention: Buy expensive advertising or get third-party ink from the media.”

Die Zeiten haben sich geändert: Das Internet bietet neue Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen – doch es ist ein völlig anderes Medium und es gelten andere Regeln als in den klassischen Massenmedien. Leider haben viele Werber das noch nicht verstanden und versuchen, ihre Werbegewohnheiten aus der Zeit der Massenmedien auf das Internet zu übertragen.
Warum das nicht funktioniert und wie man sich die Besonderheiten des Internet zu Nutze machen kann, das erklärt David Meerman Scott anschaulich und anhand vieler praktischer Beispiele in diesem wirklich lesenswerten Buch.

Nützlicher Content, Dialog und Beziehungsaufbau statt nerviger Werbung und Einwegkommunikation lautet seine Botschaft.

In den einzelnen Kapiteln nimmt er sich folgender Themen an:

  • Was bringen Corporate Blogs und was muss man beim Bloggen beachten?
  • Wie kann man Pressemitteilungen effektiv einsetzen – denn auch diese werden heute nicht nur von Journalisten, sondern auch direkt von den Verbrauchern gelesen.
  • Was hat es mit Podcasts auf sich?
  • Wie kommuniziert man in Online-Foren?
  • Wie funktioniert virales Marketing?
  • Wie sieht eine gute Internetseite aus?
  • Wie funktioniert Suchmaschinenoptimierung? –über guten Inhalt, und nicht über schmutzige Tricks.
  • Und wie packt man das alles in eine übergeordnete Strategie?

Das Buch gibt es (bisher?) nur auf Englisch, es ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben und liest sich flüssig und angenehm.

Dieses Buch ist sicher das, an dem ich mich am meisten orientiert und das ich am häufigsten zitiert habe in meiner Diplomarbeit, die ich zum Thema Online-Marketing im Kulturbereich geschrieben und Mitte September 2008 abgegeben habe.

(Der genaue Titel meiner Diplomarbeit ist: Das Internet in der Kommunikationspolitik von Kultureinrichtungen; ich habe in meinem Kulturmarketing Blog mehrfach darüber berichtet und werde sie dort auch zum freien Download bereit stellen, sobald sie offiziell benotet ist)

3. “Kopf schlägt Kapital” von Günter Faltin

“Viele glauben zu wissen, wie es geht. Wenige tun es wirklich. Noch weniger sind damit erfolgreich. Etwas ist falsch an der Art, wie wir versuchen, Unternehmen zu gründen.
Dabei geht es auch ganz anders: Ein Ideen-Kunstwerk schaffen und das eigene Unternehmen aus vorhandenen, jedermann zugänglichen Komponenten zusammensetzen. Den Kopf freihalten für die wichtigen Fragen. Den Horizont im Auge behalten statt in Alltagsanforderungen unterzugehen.”

Günter Faltin zeigt eine neue Art der Unternehmensgründung auf.

Er ist überzeugt:

“Die Qualität der Idee gibt den Ausschlag”

Damit meint Faltin aber nicht einen Einfall oder eine flüchtige Idee, sondern ein sorgfältig durchdachtes Konzept.
Sein Prinzip heißt: Von den Funktionen her denken statt Konventionen zu folgen.

Seiner Meinung nach wird bei Unternehmensgründungen der Idee und ihrer Ausarbeitung viel zu wenig Bedeutung zugemessen – von Gründern werden Businesspläne verlangt, und dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der betriebswirtschaftlichen Umsetzung und nicht auf der Idee selbst.
“Stiefkind Konzept – es lohnt, an der Idee zu arbeiten” heißt ein Kapitel – in dem er zeigt, was eine gute Idee ausmacht und wie man sie systematisch ausarbeitet.

“Selbständig sein heißt, alles selbst zu machen und das ständig” – mit diesem Vorurteil räumt Faltin auf.
Er legt dem Gründer dringend nahe, seine Kompetenzen sinnvoll einzusetzen und zu lernen, Dinge zu delegieren und outzusourcen, um seine Idee, das Kernstück des neuen Unternehmens, weiter entwickeln zu können anstatt in Alltagsstress und Überforderung zu ersticken.

Am Ende des Buches gibt er eine “Aufforderung zum Tanz”:

“Die neuen Champions sind die Ideengeber ohne Kapital. Die Verlierer werden die Kapitalisten ohne Ideen sein”

zitiert er Ridderstrale + Nordström (Autoren des Buches Funky Business. Wie kluge Köpfe das Kapital zum Tanzen bringen).

“Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, dass gute Konzepte heute wichtiger sind als Kapital. Der nächste Schritt besteht darin, viel radikaler als bisher Arbeitsteilung auch auf dem Gebiet des Entrepreneurship anzuwenden. (…) Der dritte Schritt besteht darin, ein Unternehmen aus Komponenten zusammen zu setzen.”

ist seine Kurzanleitung zur Unternehmensgründung.

Warum dieses Buch für mich so besonders war?
Ähnlich wie es mir bei Bernd Röthlingshöfer mit dem Bloggen gegangen ist geht es mir nun mit der Unternehmensgründung.
Warum immer für andere Marketing machen? Ich gehe schon längere Zeit “schwanger” mit einer Geschäftsidee, die ich nun endlich umsetzen werde :-)

Links

Die 3 Autoren sind natürlich auch im Internet vertreten. Wer mehr über sie und ihre Bücher wissen will, kann sich also im Netz informieren.

  1. Bernd Röthlingshöfer findet man über sein Blog Bernd Röthlingshöfer – und jetzt zur Werbung oder über Twitter.
  2. David Meerman Scott findet man über seine Internetseite. Dort gibt es mehrere e-Books zum freien Download, auch eine kurze Version dieses Buches (The New Rules Of PR). Er betreibt auch ein Blog und man kann ihm auf Twitter folgen.
  3. Prof. Dr. Günter Faltin erreicht man über das Labor für Entrepreneurship und es gibt auch eine eigene Internetseite für das Buch “Kopf schlägt Kapital”, wo man Leseproben downloaden und handsignierte Bücher bestellen kann.
    In einem Video-Interview, das Prof. Faltin 2006 Bernd Röthlingshöfer gegeben hat, erzählt er über seine Einstellung und seine Ideen zu Entrepreneurship und gibt Beispiele – einiges davon ist auch im Buch zu lesen.

Update 21.11.

Und hier ist das Ergebnis der Blogparade:

Top 5 sind geworden:

  1. Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art ein Unternehmen zu gründen von Günter Faltin
  2. Bernd Röthlingshöfer: Marketeasing: Werbung total anders
  3. Michael Gerber: Das Geheimnis erfolgreicher Firmen
  4. Reinhard Sprenger: Mythos Motivation
  5. Anja Förster, Peter Kreuz: Alles, außer gewöhnlich

Da bin ich ja nicht alleine mit meinem Geschmack… 2 meiner Favorits kamen unter die Top 5.

Aber auch ein Blick auf den Rest der Liste lohnt sich. Ich habe noch ein paar spannende Bücher entdeckt, die ich noch nicht kannte…

Dienstag, 14 Oktober 2008

Die größten Werbefehler – das Gemeinschaftsbuch von Bernd Röthlingshöfer.

Bernd Röthlingshöfer: Das Gemeinschaftsbuch über die größten Werbefehler

Bernd Röthlingshöfer, bekannt für unkonventionelle Ideen, hat zum Mitwirken an einem Gemeinschaftsbuch aufgerufen:

Titel:

Die 100 größten Werbefehler und wie man sie vermeiden kann.

Fehler in Werbung und Unternehmenskommunikation passieren fast jeden Tag und sie passieren auch großen Firmen. Oft sind sie völlig banal. Aber sie haben eines gemeinsam – sie verhindern oder erschweren, dass Kommunikation stattfinden und wirken kann.
Hier ein paar Beispiele: Eine vergessene E-Mail-Signatur; ein Logo, das zu klein oder an der falschen Stelle platziert ist; eine Anzeige, die keine Website-Adresse enthält; ein Mailing, das nicht an den Empfänger persönlich adressiert ist; eine Bestellbestätigung, die kein Dankeschön enthält; eine Website, der ein Impressum fehlt.
Möglicherweise gibt es bereits zwei Dutzend Sachen, die man an einem Logo falsch machen kann. Kein Problem – das Buch kann dick werden…”

Bernd Röthlingshöfer sammelt nun diese Fehler und macht daraus ein Gemeinschaftsbuch.
Wer mitmachen will, hat noch bis zum 17.10. (Freitag) Zeit, seinen Beitrag einzureichen, hier geht es zu den Spielregeln.

Meine Beiträge dazu sind hier und hier.

Ich finde die Idee von Bernd Röthlingshöfer grandios und bin schon sehr gespannt auf das Buch!!

 

Montag, 29 September 2008

Buchrezension: The New Rules Of Marketing And PR von David Meerman Scott

new-rules-of-marketing-and-pr.jpgDas Internet hat die Regeln von Marketing und PR gravierend verändert.

„Prior to the web, organisations had only two significant choices to attract attention: Buy expensive advertising or get third-party ink from the media,” schreibt David Meerman Scott. (S. 5)

Die klassischen Instrumente der Massenansprache (Fernsehen, Radio, Plakate und Anzeigen) werden zwar noch angewendet, doch es ist heute nicht mehr der einzige Weg, sich bekannt zu machen.

Das Internet bietet neue Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen – doch es ist ein völlig anderes Medium und es gelten andere Regeln als in den klassischen Massenmedien.

“The Web has changed the rules. The Web is not TV. Organisations that understand the New Rules of Marketing and PR develop relationships directly with consumers like you and me.” (S. 5)

Es geht nicht darum, den Surfer durch Tricks auf die eigene Internetseite zu locken – zum Beispiel mit Hilfe von immer größeren Bannern, die sich über die Inhalte schieben, die er gerade liest. Es geht vielmehr darum, ihm im richtigen Moment das zu bieten, was er gerade sucht:
“Instead of one-way interruption, Web marketing is about delivering useful content at just the precise moment that a buyer needs it.“(S. 7)

Leider haben viele Werber das neue Medium noch nicht verstanden
und versuchen, ihre Werbegewohnheiten aus der Zeit der Massenmedien auf das Internet zu übertragen – das funktioniert aber nicht.

David Meerman Scott zeigt in seinem Buch “The New Rules Of Marketing And PR”, wie man das Internet – insbesondere die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 – für Marketing und PR sinnvoll einsetzen kann: indem man die Besonderheiten dieses Mediums versteht und sich zu Nutze macht.

Seine Botschaft lautet:
Nützlicher Content, Dialog und Beziehungsaufbau

statt
nerviger Werbung und Einwegkommunikation.
Er macht auch klar, wie wichtig es ist, seine Kunden/ Käufer kennen zu lernen und sich in sie hinein zu versetzen.

In den einzelnen Kapiteln nimmt er sich verschiedener Themen an:

  • Was bringen Corporate Blogs und was muss man beim Bloggen beachten?
  • Wie kann man Pressemitteilungen effektiv einsetzen – denn auch diese werden heute nicht nur von Journalisten, sondern auch direkt von den Verbrauchern gelesen.
  • Was hat es mit Podcasts auf sich?
  • Wie kommuniziert man in Online-Foren?
  • Wie funktioniert virales Marketing?
  • Wie sieht eine gute Internetseite aus?
  • Wie funktioniert Suchmaschinenoptimierung? –über guten Inhalt, und nicht über schmutzige Tricks.
  • Und wie packt man das alles in eine übergeordnete Strategie?

Fazit

Das Buch ist UNBEDINGT lesenswert für alle, die sich für Marketing und das Internet interessieren.
Es ist eines der besten Bücher, das ich zu diesem Thema kenne. Es erklärt nicht nur einzelne Tools, sondern beschäftigt sich auch und vor allem mit den Ideen und der Philosophie dahinter.

Deutsche Übersetzung gibt es (noch?) keine, aber es ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben und liest sich flüssig und angenehm.

Das Buch kaufen

Hier geht es direkt zu Amazon:

David Meerman Scott: The New Rules of Marketing and PR

Mehr über das Buch und den Autor

findet man natürlich auf der Seite von Davis Meerman Scott selbst.
Dort gibt es auch mehrere e-Books zum freien Download, auch eine kurze Version dieses Buches (The New Rules Of PR).

Natürlich hat David Meerman Scott ein Blog und man kann ihm auch auf Twitter folgen.

Freitag, 11 Juli 2008

Buchrezension: The Long Tail von Chris Anderson

the long tail, chris anderson
The Long Tail – bei Amazon kaufen

Ich bin nicht die erste, die über dieses Buch berichtet, aber da ich es erst kürzlich gelesen habe und sagen würde, dass es eines der besten Wirtschaftsbücher ist, die ich kenne, kommt hier meine Rezension:

Schon die Entstehung des Buches ist interessant:
Seinen Anfang nahm es mit einem Artikel, den Chris Anderson am 12.10.2004 für “Wired” verfasst hatte und der zu einem der meist gelesenen und meist diskutierten Wired-Artikeln wurde.

Das Buch entstand 2004-2006 in einem offenen Prozess – Chris Anderson stellte seine Thesen und Gedanken in seinem Blog www.longtail.com vor, dort wurden sie von tausenden Menschen gelesen, kommentiert und weiterentwickelt.
2006 ist die amerikanische Originalausgabe erschienen, 2007 die deutsche Übersetzung.

Man merkt, dass monatelange intensive Recherche hinter dem Buch steckt und dass viele kluge Köpfe ihre Gedanken und ihr Wissen beigesteuert haben.

Worum geht es?
Chris Anderson beschäftigt sich mit der Frage, was passiert, wenn Unternehmen eine praktisch unbegrenzte Zahl an Produkten anbieten können – weil die Lagerkosten gegen Null gehen. Das passiert nämlich gerade im Internet, und Geschäftsmodelle wie Amazon, Ebay, oder Netflix machen sich das zu Nutze.

Die Regalfläche der Läden war zu teuer für Produkte, die sich nur 1-2 mal im Jahr verkauften, im Internet können aber auch solche Nischenprodukte rentabel angeboten werden. Entweder sie benötigen gar keine Lagerfläche, weil sie sich als Bits und Bytes aufbewahren lassen (Netflix, ITunes…) oder die Lagerfläche stellt jemand anderer bereit (Amazon Marketplace).
Die unendlich scheinende Anzahl an selten verkauften Produkten – eben den “Long Tail” – gibt es vielleicht nicht in jeder, doch aber in den meisten Branchen. In manchen Branchen lässt er sich besser vermarkten, in anderen weniger gut. Auf jeden Fall gibt es hier ein riesiges Marktpotenzial – in den meisten Branchen schlummert es noch.

Werden weiterhin Hits die Charts dominieren?
Nein, sagt Chris Anderson, “die Nachfrage nach den großen Kassenknüllern besteht nach wie vor, aber sie bilden nicht länger den einzigen Markt.”

Was hat das für eine Auswirkung auf den Massenmarkt der Hits und Bestseller?
“Aus dem einfachen Bild mit wenigen großen Hits, die zählten, und all den anderen Filmen, Songs und Büchern, die nicht zählten, ist mittlerweile ein verwirrendes Mosaik mit Millionen von Minimärkten geworden. Der Massenmarkt zerfällt in zunehmendem Maße in unzählige Nischen.”

Was für Massenanbieter und Hitproduzenten schwere Zeiten bedeutet, bietet für Anbieter von Nischenprodukten immense Chancen.
Man kann gespannt zusehen, was sich in verschiedensten Branchen für Geschäftsmodelle dazu entwickeln werden.

Anderson zeigt uns mit diesem Werk, wie nachhaltig das Internet die Wirtschaft und in der Folge auch die Gewohnheiten der Gesellschaft verändert.
“Das Zeitalter des “One Size fits all” geht dem Ende zu, und an seine Stelle tritt etwas Neues, ein Markt der Vielfalt.”

Fazit:
Unbedingt lesenswert, für mich ist es ein “Meilenstein-Buch”.

Fortsetzung folgt…
Mit dem Erscheinen des Buches hat Chris Anderson keineswegs mit dem Thema abgeschlossen. Auf seinem Blog www.longtail.com diskutiert er das Phänomen “Long Tail” mit seinen Lesern intensiv weiter und stellt neue Gedanken und Geschäftsmodelle vor.

Gerade (Juli 2008) ist eine aktualisierte Neuauflage des Buches (auf Englisch) erschienen, mit einem Zusatzkapitel speziell über Long-Tail-Marketing. Ein paar Ideen zu diesem neuen Kapitel hat er in diesem Blogeintrag über Long-Tail-PR skizziert.

Das Buch kaufen

Amazon Produktinformationen:

  • Gebundene Ausgabe: 260 Seiten
  • Verlag: Hanser Wirtschaft; Auflage: 1 (März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446409904
  • ISBN-13: 978-3446409903
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4,5 Sterne
  • Amazon.de Verkaufsrang: #5.163 in Bücher

Das Buch bei Amazon kaufen: The Long Tail – Der lange Schwanz

Links

Andere Rezensionen zu “The Long Tail”:

Dienstag, 03 Juni 2008

Buchrezension: Web 2.0 von Tom Alby

Seit längerer Zeit wieder einmal eine Buchrezension:

Web 2.0 – Konzepte, Anwendungen, Technologien von Tom Alby
ist Anfang 2008 in der 3. Auflage erschienen (die erste ist 2006 herausgekommen).

Web 2.0 von Tom AlbyInhalt:
Web 2.0 – dieser Begriff ist in aller Munde, doch was verbirgt sich genau dahinter, und was gibt es dazu für Konzepte, Anwendungen, Technologien?
Diesen Fragen widmet sich Tom Alby in seinem Buch – ausführlich und übersichtlich.

Im ersten Kapitel beleuchtet er den Begriff. Ist es ein Hype? Ist es die logische Weiterentwicklung des Web?
Eine offizielle Definition für den Begriff gibt es nicht, auch Tom Alby bastelt keine. Er beleuchtet aber einerseits technische Entwicklungen, andererseits die Nutzer mit ihren veränderten Gewohnheiten und Vorlieben im Netz – und erklärt, welche Einflüsse zum „neuen Web“, mit Beteiligung und Teilhabe, beigetragen haben.

Die nächsten Kapitel beschäftigen sich mit den allseits bekannten Web 2.0-Anwendungen: Blogs, Podcasts und Social Networks/ Communities.
Was sind Blogs bzw. was ist so neu an Blogs? Was unterscheidet Blogs von „herkömmlichen“ Webseiten, wie/ wofür kann man sie nutzen? Wie stehen Unternehmen zu Blogs, wie die klassischen Medien? Blogs in der Bildung, Blogs in der Politik – wie sieht hier die Situation in Deutschland aus, wie könnte sie in Zukunft aussehen (wenn wir bspw. einen Blick nach Amerika werfen…)
Auch technische Hinweise und Tipps zum Aufsetzen eines eigenen Blogs werden gegeben.
Was sind Podcasts, wie erstellt man sie, wofür werden sie eingesetzt, was gibt es für bekannte Podcasts?
Was ist Social Software und was gibt es hier für Anwendungen? Wikipedia, Flickr, del.icio.us, Facebook usw. – was sind die Konzepte dahinter? Was sind die Beweggründe für die User, sich einzubringen? Aber auch: Wer hat das Ding gelauncht, wer hat es dann wem um wie viel Mio Euro abgekauft…

Ein Kapitel beschäftigt sich mit Taxonomie versus taggen/ Folksonomy, ein weiteres widmet sich Technologien und Entwicklungskonzepten wie Ajax, RSS/Atom, Ruby… und zeigt Entwicklungen und Vor-/ Nachteile auf.
Auch Geschäftsmodelle im Internet werden besprochen.

Zu guter Letzt: Wie wird es weitergehen? Ist ein Web 3.0 in Aussicht? Diese und andere Fragen stellt er in seinen Interviews, die den letzten Teil des Buches bilden. Johnny Häusler (Spreeblick), Oliver Wagner (Lycos), Stefan Niggemeier (Bildblog) und andere standen Frage und Antwort.

Das Buch ist 2006 zum ersten Mal erschienen, 2008 nun schon in der 3. Auflage. Bei diesem Thema ist es natürlich notwendig, in kurzen Abständen zu aktualisieren. An manchen Stellen hatte ich aber das Gefühl, dass man da bei der Aktualisierung etwas übersehen hat…

Fazit: Ein gelungenes Buch, das Technologien und Anwendungen rund um das Thema Web 2.0 behandelt und zahlreiche praktische Beispiele gibt, interessant sind auch die Interviews (wenn auch eher oberflächliche Fragen gestellt werden). Liest sich zügig und leicht.
Lesenswert für alle, die sich einen Überblick über „Web 2.0“ verschaffen wollen. Und auch für die, die schon mit diesem Thema vertraut sind, aber eine gute Übersicht brauchen können. Wer richtig tief in das Thema einsteigen will, sollte sich weiterführende Literatur zu den einzelnen Themen besorgen; wer eine wissenschaftliche Abhandlung sucht, wird mit diesem Buch nicht glücklich.

Blog zum Buch: Früher gab es ein Blog zum Buch, das ist aber jetzt integriert in Tom Albys Blog macophilia.de, tag web 2.0.
Und das schreibt Tom Alby in seinem Blog zum Erscheinen der 3. Auflage.

Kaufen kann man das gute Stück z.B. bei
Amazon: Web 2.0. von Tom Alby

gepostet von Karin Janner
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